meine Entwicklung


rund ums Schreiben: meine Entwicklung

Meine erste Geschichte schrieb ich 2009, damals noch ohne Wissen und aus dem Bauch heraus. Mit der Zeit wurde ich besser aber nach wie vor unstrukturiert und erfolglos. Ich klapperte Seiten mit Ausschreibungen ab und schrieb pro Jahr ca. 2-3 Texte, die leider nie angenommen wurden. Mit der Zeit setzte ein Selbstreflexionsprozess ein:

  • Habe ich überhaupt genug Können um ein Text zu verfassen, der Verleger und Herausgeber überzeugt ihn zu veröffentlichen?
  • Passen meine Texte thematisch auf die Ausschreibungen?
  • Mache ich Formfehler? (Dateiformat, Schriftgröße, etc.)
  • Reiche ich vielleicht beim falschen Verlag ein? (zu renommiert – hoher Konkurrenzdrück)
  • Sind meine Texte qualitativ in Ordnung?

 

Nun, die meisten Fragen blieben bis heute ungeklärt! 😉 Wenn man bei einer Ausschreibung einreicht, bekommt man in Regel nur eine Zu- oder Absage, im seltensten Fall aber Feedback oder Kritik. Damit fehlt einem auch das Wissen, an welchen Stellschrauben man drehen muss, um besser oder effektiver zu werden.

 

Also habe ich den Punkt in Angriff genommen, den ich am ehesten ändern kann: mich selbst!

Zusätzlich zu vielen Schreibtipps aus dem Internet kaufte ich mir die Autorenschule aus dem Verlag Sarturia (Print oder Ebook), über die ich im Rahmen meiner Ausschreibungssuche gestolpert bin. In Blog-Form bringt darin Dieter König darin Tipps und Gedanken zum Schreiben mit vielen gut nachvollziehbaren Beispielen bekannter Autoren zu Papier. Und beim Lesen dieser Vorträge ging mir ein Licht auf: Dialoge sind essentiell; ich war aber nicht gut beim Verfassen von Dialogen, weil ich schlicht und einfach nicht wusste wie man sie richtig schreibt. Das war auch der Grund, warum ich sie bis dahin eher gemieden hatte.

Mit den Erkenntnissen aus der Autorenschule habe ich für eine Ausschreibung von eben diesem Verlag eine meine ersten Texte vorgenommen ‚Der Atem des Schläfers‘ war bereits einmal abgelehnt worden, doch Inhalt und Idee gefielen mir eigentlich nach wie vor gut. Neugierig, was ich alles falsch gemacht hatte, begann ich mit der Überarbeitung. Am Ende blieb die Geschichte zwar die gleiche, aber der Word Dokumenten-Vergleich brachte über 1000 Veränderungen ans Licht. Passagen wurden ergänzt, gestrichen oder vom Erzählmodus in aktiven Dialog transferiert. Diese überarbeitete Version habe ich dann eingereicht – und sie wurde angenommen! Das war im Mai 2015. Der Originaltext stammt aus 2010.

Von da an ging ich mit geschwellter Brust zu Werke. Dennoch wollte ich mich weiterentwickeln und habe mich über die Volkshochschule für einen Schreibworkshop angemeldet, der das „technische“ Schreiben hat z.B. Charaktere, Spannungsbögen, einige Do’s und Dont’s, … behandelte. In 5 Einheiten kann natürlich weder alles gelehrt noch gelernt werden, aber es war eine weitere Sensibilisierung auf die Problemfelder. Der direkte Austausch mit anderen Schreibenden brachte auch Erkenntnisse.

Während des Workshops wurde meine zweite Geschichte „Das Geschenk“ angenommen.

 

Ab dem Moment, wo man eine Geschichte bei einem Verlag platziert hat, kommt ein weiterer Qualitätsboost dazu, dem man möglichst offen und voreingenommen gegenüberstehen sollte: das Lektorat

Hier erhält man zum ersten Mal von erfahrenen Personen direkt Feedback zum Text und zum eigenen Stil. Diese Empfehlungen kann aber muss man nicht annehmen. Ich für mich habe daraus viel lernen können.

Zum Beispiel, dass ich viel zu oft in der „Erklärbär“-Sicht geschrieben habe. „War“ und „Hat“ wucherten wie Unkraut in meinen häufig mit Rückblenden versehenen Texten, was ich nun bewusst vermeide. Natürlich kann man nicht alle eliminieren, die Wörter kommen oft vor und sind auch wichtig und richtig. Ich neigte aber dazu die Geschichte von hinten aufzurollen, statt sie aktiv erlebbar zu schreiben. Macht vom Lesegefühl einen riesen Unterschied.

 

Und so bin ich nach wie vor beim Weiterentwickeln meines Stils und bin gespannt, was die nächsten Erkenntnisse sein werden.